Radrundweg »Salz und Burgen«

Vom Herzen der Bier- und Fachwerkstadt aus – dem »Alten Rathaus« – kommend, schieben Sie Ihr Rad die Marktstraße (Fußgängerzone) hinunter, überqueren die Kreuzung Altendorfer Str./ Hullerser Str. und fahren die Benser Straße und den Reinserturmweg stadtauswärts bis zum Hohen Weg. Am Beginn des Hohen Weges, hinter der Brücke, finden Sie an der Tafel mit einer Streckenübersicht den Ausgangspunkt.

Streckenbeschreibung

Die Route verläuft durch das südliche Stadtgebiet auf separaten Radwegen entlang von Landstraßen , KFZ-armen Kreisstraßen und Feldwegen. Aufgrund der nur wenigen Steigungs- und Gefällestrecken im Routenverlauf und den insgesamt gut befahrbaren Wegoberflächen läßt sich der Rundweg als leicht bis gemäßigt zu fahren einordnen. Bei einer Streckenlänge von ca. 27 km sollten je nach Tempo Pausen und Sehenswürdigkeiten zwei bis fünf Stunden Fahrtzeit eingeplant werden. Die Strecke ist in beiden Richtungen ausgeschildert. Als Routen-Logo erkennen Sie eine stilisierte Burgruine.

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1. Diekturm

Am »Diekturm« können Sie Teile der alten Stadtbefestigung besichtigen. Das mächtige Bollwerk mit Mauerstärken von fast drei Metern hatte an dieser Stelle die Aufgabe, die Wasserversorgung der Stadt zu sichern. In der Wehrmauer befindet sich ein Bogen, durch den das Wasser in den Mühlenkanal geleitet wurde. Dadurch wurde, der drei Mühlen mit Wasser versorgte. Hinter dem Diekturm befindet sich eine alte Wasserüberführung. Diese Anlage des Mühlenkanals, der in 2m Höhe das Krumme Wasser quert, soll zu Beginn des 15. Jahrhunderts erstellt worden sein. Sie ist heute eines der drei Wahrzeichen der Stadt.
Tipp: Wenn Sie mehr über den Diekturm und seine Geschichte erfahren möchten, nehmen Sie doch einmal an der Führung: »Helles Bier und Dunkle Schatten« teil.

2. Rotenkirchen

Rotenkirchen ist eine alte Rodesiedlung, schon 1203 erstmals erwähnt als Gutshof der oberhalb liegenden Burg Grubenhagen. Jahrhundertelang war der Ort mit der Geschichte und dem Schicksal der Burg und ihrer Herren eng verbunden. So wurde Rotenkirchen im Jahre 1448 während einer Belagerung der Burg völlig zerstört. Erst nach 1520 wurde der landesherrliche Hof wieder aufgebaut. Der an der Straße liegende Schlossbau, das Kavaliershaus und der Lustgarten stammen aus dieser Zeit. Es wurde 1811 im Auftrage des hannoverschen Vizekönigs, des Herzogs von Cambridge, als Jagdschloss umgebaut und enthält einen englischen Park mit seltenen Bäumen. Von 1816 bis 1866 war Rotenkirchen Sommerresidenz der hannoverschen Könige.

3. Burgruine Grubenhagen

Die Burg war im frühen 13.Jahrhundert im Besitz der mächtigen Grafen von Dassel. Von den Burgvögten, den Edlen von Grube, hat sie ihren Namen. Ende des 13Jh. kam sie in welfischen Besitz. Eine Belagerung 1449 durch den Landgrafen von Hessen überstand sie ohne größere Schäden. Nach Verlegung des Amtssitzes nach Rotenkirchen im 16.Jh. begann die Burg zu verfallen. Gut erhalten ist der restaurierte Turm. Von den anderen Gebäuden der ehemals stark befestigten Burg ist heute nichts mehr vorhanden.
Tipp: Falls Sie die Route verlassen und einen Abstecher zur Burgruine Grubenhagen unternehmen wollen, fahren Sie von Rotenkirchen südlich der Hauptstraße folgend aus dem Ort heraus Richtung Dörrigsen. Ca. 250 m nach dem Ortsausgang von Rotenkirchen führt ein Weg rechts hinauf zur Burgruine Grubenhagen ( folgen Sie dem Hinweisschild). Aus Richtung Dörrigsen kommend, finden Sie entsprechend ca. 250 m vor dem Ortseingang Rotenkirchen auf der linken Seite den Weg zur Burgruine. Nach einer steileren Anfahrt von 2 km erreichen Sie den Berg mit der Burgruine Grubenhagen. Den letzten Wegabschnitt, der Anstieg auf die ca. 300 m Höhe gelegene Burgstätte, ist dann allerdings mit dem Rad zu beschwerlich. Lassen Sie Ihr Rad stehen und wandern Sie hinauf zur Ruine. Von der Burgruine ist der 18m hohe Turm sehenswert. Er wurde in den letzten Jahren durch private Initiative restauriert. Wer sich beim Verein zur Erhaltung der Burg Grubenhagen (Tel. 05561/8422) den Schlüssel für den Turm ausleihen möchte, kann von oben eine schöne Aussicht nach Osten genießen. Nach Voranmeldung kann auch das Kaminzimmer im Anbau des Turmes genutzt werden.

4. Ahlsburg

Der Höhenzug der Ahlsburg ist ein geschlossenes Waldgebiet, welches mit 400m ü. N.N. deutlich aus der Umgebung herausragt. Wie ein grünes Band begleitet die Erhebung das östlich gelegene Leinetal auf einer Länge von 12 Km. Zu Recht gilt die Ahlsburg mit ihrer Umgebung als eines der beliebtesten Wandergebiete in der Nähe Einbecks.

5. Saline Sülbeck

In der Grabenzone der Leinesenke sind im Untergrund Salinare des Zechsteins aufgedrungen. In der Nähe von Sülbeck sowie bei Salzderhelden traten früher salzhaltige Quellen aus, die heute fast alle versiegt sind. Diese Quellen, mit einem Salzgehalt bis 9%, wurden offensichtlich bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzt. Seit 1682 wird in der Saline Sülbeck Salz gewonnen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden zwei 400m tiefe Bohrungen niedergebracht, die die Wirtschaftlichkeit der Saline erheblich steigerten. Bis 1909 gab es sogar einen Hafen, aus dem das Salz über den sog. Salzgraben zur Leine verschifft wurde. Der Graben ist nicht mehr zu sehen. Bis in die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts wurde hier Salz gefördert. Von den einstigen Werksgebäuden blieben der untere und obere Bohrturm und das sog. Faktoreihaus erhalten, darin befindet sich auch seit 1692 die »Salinenkapelle«. Heute kann dieses Industriedenkmal für sich in Anspruch nehmen, eine der besterhaltenen Salinenanlagen in der Region zu sein.
Tipp: Besichtigungen sind nach Voranmeldung möglich. Ansprechpartner für die Führung durch die Anlagen: Herr Albert Behrens, Sülbecker Geschichts- und Heimatverein
(Tel. 05561 81073).

6. Hochwasser-Rückhaltebecken Salzderhelden

Aufgrund der jährlichen Überflutungen der Leine wurde Anfang der 70er Jahre das Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Fünf Becken der insgesamt 10 ha großen Polderlandschaft, rechts und links der Leine, lassen sich unabhängig voneinander fluten und halten max. 43,5 Millionen Kubikmeter Wassermassen zurück. Im Winter und Frühjahr ist daher bei Hochwasser, anstatt der grünen Wiesen oft ein riesiger See zu sehen. Dieser größte zusammenhängende, naturnahe Feuchtwiesenkomplex Südniedersachsens ist europäisches Vogelschutzgebiet und daher ein einmaliger Lebensraum als Brut-, Rast-, Überwinterungs- und Nahrungsplatz für bedrohte Vögel und andere Tierarten. Das Leinetal ist eine uralte Zugstraße für durchziehende Kraniche und Störche zwischen ihren Brutgebieten im Norden und den eisfreien Gebieten im Süden. Auch bietet das Naturschutzgebiet einen dauerhaft stabilen Lebensraum für viele Pflanzenarten. Inmitten des Polders, den Sie von Immensen bis zum Wehr in Salzderhelden umkreisen, liegt der sog. Kiebitzfleck. In knapp 300m Tiefe liegt hier ein Zechstein-Salzstock, aus dem salzhaltiges Wasser austritt. Hier konnten sich salzhaltige Pflanzen ansiedeln, die wiederum Kiebitze anlocken.
Tipp: Am Stauwehr in Salzderhelden befindet sich eine Infotafel zum Polder.

7. Salzderhelden

Seit dem 12. Jh. wird im Bereich des Ortes Salzderhelden Salz gewonnen. Bis in das 18.Jh. hinein war Salzderhelden mit seiner Saline eine ausgesprochene Gewerbesiedlung. Seit 1851 wird die Sole auch für Badezwecke genutzt. Heute sind bis auf das alte Solebadehaus alle Salinenanlagen abgebaut.

8. Heldenburg

Die auf dem südlichen Sporn des steil abfallenden Muschelkalk – Höhenzuges stehende, aus hellem Kalkstein erbaute Heldenburg wurde 1321 erstmals erwähnt. Sie gehörte zuerst den Grafen von Dassel und diente dann den Welfenherzögen des Fürstentums Grubenhagen als Residenz (bis 1596). Bei einer Belagerung 1365 wurde hier erstmals auf niedersächsischem Boden eine »Bleibüchse« (kleine Kanone) eingesetzt, die die Eroberung der Burg verhinderte. Die Burg kann besichtigt werden. Eine Hinweistafel gibt Aufschluss über ihre Geschichte. Die mittelalterlichen Strukturen, mehrstöckig aufragendes Mauerwerk, der Pallas, die Einfassungsmauern der einschiffigen Burgkapelle und ein quadratischer Turmstumpf sind noch gut zu erkennen. Von einer neuen Aussichtsplattform im Turm hat man eine hervorragende Fernsicht nach Süden durchs Leinetal. Die Heldenburg gilt auch als Ursprungsort des Sachsenrosses, dem Wahrzeichen Niedersachsens.

Tipp: weitere Informationen finden Sie unter www.heldenburg.de

Ausschnitt aus der Sendung Nordtour/NDR Fernsehen vom 15.Mai 2010

Mit freundlicher Genehmigung der Tourist-Info Einbeck

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