Unser Ort

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Salzderhelden ist seit 1974 einer der 46 Ortsteile Einbecks und ein Flecken. Der Name geht vermutlich auf das mittelalterliche „Salz an der Halde“ zurück, möglicherweise ist es jedoch eine Kombination von „Salz“ und „Hall“. Salzderhelden besaß aufgrund der Salzgewinnung in der Saline eine große Bedeutung und war Herzogssitz, Münzstätte und politisches Zentrum.

Bekannt ist der an der Hannöverschen Südbahn gelegene Ort heute unter anderem durch das große Hochwasser-Rückhaltebecken südlich und den aus Steinen gesetzten Ortsnamen „SALZDERHELDEN“ nördlich des Ortes.

Geographie

Salzderhelden liegt in Südniedersachsen, etwa 35 km nördlich Göttingens und 4 km südöstlich Einbecks.

Geschichte

Der Ort liegt im Hochwassergebiet der Leine und ist von flämischen Zuwanderern trockengelegt worden. Die angrenzenden Siedlungen Oldendorp, Jeinsen, Bönickenhusen und Heldeshusen, die teilweise seit 800 existieren, wurden später aufgegeben und die Einwohner zogen nach Salzderhelden um…

Im neuen Ort wurde 1271 auf Wunsch der Pfänner eine Marienkapelle gebaut. 1285 wurde Salzderhelden im Länderausgleich zwischen den drei Söhnen Herzog Albrechts erwähnt. 1289 starb der Ritter Johann Rieme in Salzderhelden, er ist in Wiebrechtshausen begraben.
Herzog Heinrich der Wunderbare veranlasste nach 1291 den Bau der Burg – auf der er 1322 starb -, mit dem die überegionale Bedeutung des Ortes als Herzogssitz, Münzstätte und politisches Zentrum begann. 1305 wurde entsprechend der gestiegenden Bedeutung ein großes Ritterturnier veranstaltet. Der Ort begann zu wachsen und die Hauptkirche wurde 1333 nach Salzderhelden verlegt. 1361 verwendete Albrecht II. von Braunschweig-Grubenhagen bei seinem Amtsantritt in Salzderhelden erstmals das „Sachsenross“, das heute Niedersachsens Landeswappen ziert.
1448 hatte der Ort schon eine Befestigung, so dass ein Angriff der Hussiten im Zuge der Soester Fehde abgeschlagen werden konnte. 1450 erhielt der Ort eine weitere Kapelle unterhalb der Burg, die in den Grundmauern noch erhalten ist. 1480 wurden dem Ort die Fleckenrechte verliehen, 1493 bekam die Hauptkirche einen Glockenturm. 1523 brannte der Ort ganz ab. 1541 wurde erstmals eine eigene Ratsschule und eine neue Kirchenordnung erwähnt.
1590 bis 1594 wurden die Hochwasserschutzeinrichtungen erneuert. 1600 wurde die jetzige Burgschenke als Amtshaus gebaut. 1623 äscherte ein neuer Großbrand den Ort ein, doch Kirche, Schule und 35 Häuser konnten gerettet werden. Der Wiederaufbau ging zügig voran, 1624 war das Vorwerk bei der Mühle wieder aufgebaut. 1625 und 1633 kam es im Dreißigjährigen Krieg zu Plünderungen. Dabei kam die Pest nach Salzderhelden, und neben den Opfern in der Bevölkerung starben auch sechs Kinder des Gutsherrn von Minnigerode. 1637 wurde der Ort „Bergstädtlein Salz der Helden“ genannt.
Die Einwohnerzahl hatte sich aufgrund der wachsenden Bedeutung des Ortes weiter vergrößert. Das Hausbuch von 1664 erwähnt 78 Häuser im Flecken, davon 33 Pfänner, 17 Salzfahrer, 6 Salzträger, 5 Schmiede, 3 Branntweinbrenner, 3 Bäcker und daneben Büter in weiteren 10 kleineren Häusern. Die Bewohner des Vorwerks mit Brauerei, Mühle und Scheunen wurden dabei nicht mitgezählt.
1740 brachte ein Jahrhunderthochwasser große Zerstörungen. 1764 wurde der Amtshof gebaut und der Kirchenneubau begonnen. 1774 entstand die gepflasterte Hannoversche Chaussee und brachte weiteren Wirtschaftsaufschwung. Die Leinenlegge wurde nach Salzderhelden verlegt und eine Fabrik für Wollstoffe entstand. Dem Betrieb war jedoch kein Erfolg beschieden, so dass das verschuldete Gut im Wert von 30.000 Talern 1850 gekauft und an 83 Einwohner verteilt wurde.
Am 1. August 1854 wurde der Bahnhof eingeweiht. 1912 gab es 214 Wohnhäuser mit 350 Arbeitern, davon 52 Bauhandwerker, 48 Kalikumpel, 33 Handwerker, 30 Eisenbahner und 26 Salinenarbeiter. 1926 wurde ein neues Schulhaus erbaut, 1935 auch eine Flussbadeanstalt. Nach den 2. Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge aus Schlesien, Ostpreußen und dem Baltikum nach Salzderhelden, so dass die Bevölkerung von 1000 auf 1800 stieg. 1951 wurde eine Freilichtbühne auf der Burgruine errichtet.
In den 70er Jahren wurde im Zuge des Polderbaues ein Wellnesscenter geplant, doch ebenso wie das Vorhaben „Freizeitsee Einbecker See“ wurde es nicht verwirklicht. Die Bahnstrecke nach Einbeck wurde 1984 geschlossen, seitdem müssen die Bewohner meist nach Einbeck zur Arbeit pendeln.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

historische Bauwerke

  •     Burgruine der Heldenburg mit Palaswand und Burgmuseum im Keller
  •     nach Plänen von Conrad Wilhelm Hase erbautes Bahnhofsgebäude mit Heimatstube
  •     Saline Salzderhelden (Förderturm, Solebehälter, Badezimmer)
  •     die 1769 erbaute St. Jacobi-Kirche mit ihrem Barock-Altar
  •     Johanneskapelle, ab 1450 an der Pferdeleine erbaut; nur Außenmauern erhalten
  •     ehemaliges Rathaus/Pfarrhaus aus dem 19. Jahrhundert
  •     Amtshaus von 1600, jetzt Burgschänke
  •     Amtshof von 1764 mit königlichem Wappen
  •     Anlage des Kriegsgräberfriedhofes 1951

Vereine

  •     Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Salzderhelden
  •     Freiwillige Feuerwehr Salzderhelden
  •     Förderverein Heldenburg Salzderhelden e.V.
  •     Gemischter Chor Salzderhelden
  •     Kultur-Förderkreis-Salzderhelden e.V.
  •     Männergesangverein MGV Concordia
  •     Schützenverein Salzderhelden von 1959 eV.
  •     VCP Salzderhelden
  •     VfR Salzderhelden
  •     Voices

Quelle: Wikipedia