Abzug der Jungstörche ins Winterquartier

Es ist 5h10 am 3.08.2015 und über den Poldern liegt noch starker Bodennebel. Der Storchenhorst Salzderhelden ist nur im Nebel leicht erkennbar. Nach einiger Zeit des Wartens sind die vier Jungstörche auf ihrem Nest zu sehen.

Ein sicheres Zeichen ,dass sie noch nicht in ihr Winterquartier abgezogen sind. Einige Tage zuvor gab es in den Poldern 1 und 2 Gruppen von Jungstörchen, die hier eine kurze Rast eingelegt hatten.

Ich fahre an diesem Morgen alle hier im Landkreis vorhandenen Storchenhorste ab. Es sind dort von fünfzehn vorhandenen Storchenhorsten acht besetzt und sieben davon mit Bruterfolg.
Salzderhelden vier, Immensen vier, Sülbeck zwei, Hollenstedt zwei, Langenholtensen drei, Wolbrechtshausen drei und Ellensen ein Jungstorch. Es ist ein guter Bruterfolg, es sind im Schnitt pro Horst immerhin 2,7 Jungstörche. Alle bis auf Langenholtensen konnten vom Beringer Georg Fiedler beringt werden. Es bleibt festzustellen, dass sich in den letzten Jahren der Einsatz hier im Gebiet doch gelohnt hat und es konnte hier im Landkreis Northeim eine erfolgreiche Storchenpopulation erreicht werden. Das Ergebnis mit 19 Jungstörchen hier im Gebiet läßt für weitere Jahre hoffen.

Der Erfolg hat viele Väter und ich möchte mich bei allen Beteiligten dafür bedanken, die mir immer hilfreich zur Seite bei der Errichtung von neuen oder bei der Horstpflege und Beringung hilfreich zur Seite gestanden haben. Das ist in meinen Augen Naturschutz und zum Wohle der Weißstörche wichtig.

Markoldendorf hat durch seine neuen Ersatzstorchenhorste die von der Kirchengemeinde oder auch von Bürgern geschaffen wurden für die nächsten Jahre gute Voraussetzungen für eine eventuelle Neuansiedlung von einem Storchenpaar. In Lindau wurde noch rechtzeitig vor Ankunft der Störche ein neuer sehr schöner Storchenhorst von privater Seite auf einem Betriebsgelände errichtet. Gerne habe ich dort Hilfestellung geleistet. Kurz nach der Errichtung der Nisthilfe wurde er gleich von einem neuen Storchenpaar belegt. Es dauerte nicht lange und es kam zur Eiablage. Die Eier wurden über 32 Tage bebrütet, doch es schlüpften leider keine Küken. War es doch vorher schon ersichtlich, dass sich kein Erfolg einstellen würde, das Storchenpaar war erst zweijährig und noch nicht geschlechtsreif.

An weiteren Storchenhorsten in Greene, Sievershausen am Solling, Portenhagen, Denkershausen, Denkershausen, Lagershausen und Hammenstedt gab es keine Neuansiedlungen von Storchenpaaren.In Greene wurde allerdings von mir auch beobachtet ,dass sich über Wochen sechs Altstörche dort aufhielten, das läßt für 2016 hoffen.

Jetzt in dieser Woche sind nur noch wenige Jungstörche auf ihren Horsten anzutreffen es ist noch der Storchenhorst Wolbrechtshausen. Hier handelt es sich um ein Storchenpaar welches in den Jahren zuvor in Immensen und Ellensen angesiedelt war und über Jahre von anderen Storchenpaaren dort vertrieben wurde, so besonders in diesem Jahr von dem Markoldendorfer Storchenpaar. Die Markoldendorfer Störche haben hier überwintert und waren in den Wintermonaten sehr häufig auf dem Ellenser-Storchenhorst anzutreffen. Das Ellenser Paar ist ein Ostzieher und kehrte erst Mitte April aus dem Winterquartier zurück und hat dann durch einen kurzen Horstkampf  seinen Horst verloren. Es fand aber gleich eine Umsiedlung nach Wolbrechtshausen am 20.04.2015 statt und um den 28.04. begann dort erst das Brutgeschäft. Aber die drei Jungstörche haben sich prächtig entwickelt und konnten so am 28.06. schon sehr frühzeitig beringt werden. Die Begeisterung im Ort war sehr groß und die Störchin machte auf mich den Eindruck dass sie sich dort in ihrer neuen Heimat sehr wohl fühlt. Die Altstörche sind noch hier im Gebiet und gönnen sich nach der anstrengenden Aufzucht ihrer Jungen etwas Ruhe bis zum Aufbruch ins Winterquartier.

Möchte für heute schließen mit freundlichen Grüßen Ihr Storchenvater
Bernd- Jürgen Schulz.

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