
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Gäste,
wir stehen heute hier auf dem Ehrenfriedhof Salzderhelden, an einem Ort des Innehaltens und des Erinnerns.
Dieser Ort mahnt uns, wie zerbrechlich Frieden ist und welchen unermesslichen Preis Menschen in unserer Geschichte für Krieg, Hass und politische Verirrungen zahlen mussten.
Der Volkstrauertag verbindet die Trauer um die Toten mit der Verantwortung der Lebenden. Er erinnert uns daran, dass Frieden nicht selbstverständlich ist – weder damals noch heute.
In einer Zeit, in der weltweit Kriege aufflammen, in der demokratische Werte unter Druck geraten und in der gesellschaftliche Spannungen spürbar zunehmen, kommt diesem Gedenktag eine besondere Bedeutung zu.
Wir erleben, dass Ängste und Unsicherheiten zunehmen. In solchen Zeiten haben einfache Antworten und laute Stimmen oft besonders großen Zulauf. Populismus – gleich welcher Herkunft – verspricht schnelle Lösungen, spaltet aber unsere Gesellschaft. Er nährt Misstrauen, schürt Wut und gefährdet den respektvollen Umgang miteinander, der die Grundlage jeder demokratischen Gemeinschaft ist.
Gerade heute, am Volkstrauertag, sollten wir uns bewusst machen, wohin Spaltung, Entmenschlichung und Ausgrenzung führen können.
Die Geschichte lehrt uns, dass das Gift der Vereinfachung und des Misstrauens gegenüber anderen am Anfang vieler Katastrophen stand, auch derer, denen wir hier gedenken.
Für uns in Salzderhelden – in unserer Gemeinde, die von Zusammenhalt, Ehrenamt und gegenseitiger Unterstützung lebt – bedeutet das: Wir müssen wachsam bleiben. Wachsam gegenüber Worten, die trennen, und wachsam gegenüber Stimmen, die Demokratie schwächen wollen.
Es liegt an uns, miteinander zu sprechen, einander zuzuhören und Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Mit der Niederlegung dieser Kränze verneigen wir uns vor denen, die ihr Leben verloren haben. Wir setzen ein Zeichen gegen das Vergessen – und für den Frieden.
Ein Zeichen dafür, dass wir aus der Vergangenheit lernen und unsere demokratischen Werte schützen wollen.
Möge die Erinnerung an die Opfer uns verpflichten: zum Frieden, zur Menschlichkeit und zu einem respektvollen Umgang miteinander – heute und jeden Tag.
Dirk Heitmüller, Ortsbürgermeister
am 16.11.2025 / Volkstrauertag
